AnGedacht


„Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

 

Röm 8,18

 

Liebe Leser, liebe Geschwister, liebe Freunde,

 

der Monatsspruch für Februar könnte fast ein Novemberspruch sein. An Tod und Leid wird kein Mensch gern erinnert. Und was für Paulus ein großer Trost ist, braucht ein Weilchen, bis es auch mein Trost wird. Denn ehrlicherweise fühle ich mich in Leidenszeiten nicht wirklich besser, wenn mir da jemand sagt: „Alles wird gut!“ Oder: „Es kann ja nur besser werden!“

Ob wir in Deutschland überhaupt wissen, was Leid ist? Ja, ich habe Menschen kennengelernt, die unter einer zerbrochenen Familie, unter Geldnot, unter plötzlichen Krankheiten, unter Verlusten eines geliebten Menschen, unter Konflikten oder ihren eigenen Sünden leiden. Manche tun das sehr laut und erzählen jedem ihre Arztgeschichten, ob sie es hören wollen oder nicht. Andere leiden still und heimlich vor sich hin und alle Welt wundert sich, wenn sie plötzlich zusammenbrechen, weil man vorher nie etwas gemerkt hat.

Jesus ist auf seiner Erdenzeit solchem Leid entgegengetreten. Krankheit und Belastungen haben es in seiner Nähe nicht ausgehalten. Konflikte hat er oft auf unerwartete Weise gelöst, und selbst dem Tod hat er ein paar Mal einen Platzverweis erteilt. Und auch wenn sich nicht alles in unserem Leben auf die Weise lösen wird, wie wir es gerne hätten, so dürfen wir doch auf der einen Seite um Heilung und Lösung beten, auf der anderen Seite auch Menschen diese Heilung zusprechen, sie segnen, für Linderung von Not sorgen, indem wir Geld und Zeit spenden und in seinem Namen Frieden stiften. Du bist ein Teil von Gottes Antwort auf das Gebet von Menschen, ihr Leid zu lindern!

Was Paulus in Röm 8, 18 aber meint, ist die Art von Leid, die Menschen widerfährt, weil sie Jesus nachfolgen. Davon haben wir in unserem Land sehr wenig. Unsere Freunde und Geschwister aus islamischen Ländern wissen da einiges mehr zu berichten, und auch Paulus kennt Verfolgung und Probleme wegen seines Glaubens, die er am eigenen Leib erfahren hat. Sein Trost ist deshalb nicht „von oben herab“ gesprochen, sondern er spricht ihn als jemand, der selbst in dieser Vorstellung Trost findet, dass das, was Jesus in seiner Herrlichkeit für uns bereit hat, alles überwiegt, was wir als Christen für ihn erdulden.

Wo wir selbst momentan nicht in so einem Leid stehen, beten wir für die Christen im Iran, im Irak, in Nordkorea und vielen anderen Ländern, in denen sie es schwer haben. Und in denen ihnen diese Worte ein echter Trost sein können.

 

Euch allen wünsche ich einen gesegneten Februar und März.

 

Thomas Schulze