AnGedacht


Jesus Christus spricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Mt 28,20

 

Liebe Geschwister und Freunde,

 

allein sein, das ist keine schöne Vorstellung. Bei mir war es das erste Semester meines Studiums: Ich war schon verheiratet, meine Frau hat aber in einem anderen Bundesland noch fleißig gearbeitet, damit wir uns das Studium leisten konnten, und so hatte ich zwar eine eigene kleine Wohnung am Studienplatz, alle anderen Jungs meines Semesters wohnten aber in einer WG. Während sie zusammen aufstanden, aßen, lernten, diskutierten und feierten, war ich allein. Erst nach ein paar Monaten war ich das erste Mal bei einem Studienkollegen zu Besuch. Das hat sich im Laufe der Zeit natürlich gebessert, aber Initiative war durchaus nötig.

Allein sein: Keine schöne Vorstellung. Was bringen all die im Leben erarbeiteten Annehmlichkeiten, das abbezahlte Haus, selbst die hohe Anzahl an Enkelkindern, wenn der Ehepartner nicht mehr da ist und man nach dem Frühstück überlegt: Was nun?

Meine Oma klagte immer: „Ich bin ganz alleine. Niemand besucht mich.“ Und das erzählte sie jedem, der zu Besuch kam, ohne zu merken, was sie gerade tat.

Es wäre jetzt einfach, zu sagen: „Jesus ist doch bei uns!“ Eine andere Sache ist die, das auch zu glauben und zu spüren. Und wenn doch: Mit Jesus kann man nicht gut Schach spielen. Es bleibt, was Gott selbst in der Schöpfung bemerkt: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“

Hier ist die Gemeinde ein Geschenk Gottes an uns. Warum nicht mal mit anderen zusammentun, die sonst allein wären? Zum Beispiel abwechselnd sonntags zum Mittagessen; den Gottesdienst gemein-sam ausklingen lassen. Für 3 kochen macht mehr Spaß als für einen. Zu gemeinsamen Spaziergängen verabreden. Oder sogar mal eine Kleingruppe versuchen. Hier ist Initiative gefragt, denn unausgesprochene Erwartungen oder gar Forderungen bringen da nicht weiter. Einfach mal kreativ werden! Und über allem steht, dass unser Herr uns (auch damit) nicht allein lässt, rund um die Uhr als Ansprechpartner für uns da ist und uns trägt, tröstet und begleitet.

Ein Gedanke aber noch zu diesem Monatsspruch für April: Diesen Satz sagt Jesus ja seinen Nachfolgern zu, nachdem er sie in die Welt geschickt hat, um seine Rettungsbotschaft zu verbreiten. Keine einfache Aufgabe, auch für uns heute nicht. Doch gilt seine Zusage, dass er uns dabei nicht allein lässt, sondern uns ausrüstet mit Weisheit und kreativen Ideen; und auch mit hörenden Ohren und erkennenden Augen, wer derjenige ist, den er so vorbereitet hat, dass Du ihm oder ihr antworten kannst.

 

In diesem Sinne: Wir sind nicht allein! Gottes Segen für den kommenden Frühling!

 

Thomas Schulze